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Kurzbeschreibung
Selbst/Bilder Projekt IV. Eigenheim Das Projekt 'Eigenheim' ist in Hamburg insgesamt über den Zeitraum von einem Jahr und in der Zusammenarbeit mit Personen realisiert worden, für die das eigene 'Zuhause' von alltäglicher und zugleich besonderer Bedeutung ist. Paul Drayling (Name geändert) hat eine ehemalige Fabrikhalle in Willhelmsburg ausgebaut, um in der Nähe eines Kanals ruhig und zugleich großzügig leben zu können. Das Ehepaar Burmeister hat vor über dreißig Jahren ein Reihenhaus in Meiendorf gekauft, um mit den Kindern im Ruhigen leben zu können und sich im Alter keine Sorgen über Mietzahlungen machen zu müssen. Die Beteiligten eines Wohnprojekts in St. Pauli haben im Kollektiv ein großes Stadthaus errichtet, um darin als Hausgemeinschaft wohnen zu können und Stadt als sozialen Raum mitzugestalten. Die Familie Budelmann/ Philipps hat mit ihren beiden Kindern ein altes Jugendstilhaus in Fuhlsbüttel bezogen, um es stilgerecht zu renovieren und in der Schönheit dieses Hauses ihr Familienleben zu genießen. Die Bilder, Videos und Hörstücke, die aus der Zusammenarbeit mit diesen Personen entstanden sind, wurden für die Ausstellung im einem idealtypischen kleinen Haus versammelt. Dieses Haus ist zugleich Wahrzeichen und Hülle des Projekts. Wie in ein Klischee zum Thema Eigenheim, geht der Besucher als Gast in das Haus, um sich von innen her mit den vorgefundenen Bildern und eignen Vorstellungen auseinandersetzen zu können. Präsentiert werden eine Fotoserie auf Leinen, die inszenierte Familienszenen im Jugendstilhaus zeigt. Eine Zeitschrift, in der die ausgebaute Fabrikhalle zur 'schöner Wohnen' Kulisse geworden ist und ein Interviewtext von den Schwierigkeiten und Erfolgen des Eigenausbaus berichtet. Ein Hörstück, in dem die Bedeutung und Geschichte des eignen Reihenhauses am Wohnzimmer-Nachmittagskaffee-Tisch erzählt wird. Ein inszenierter Interviewfilm, in dem das noch nicht realisierte Wohnprojekt erklärt, diskutiert, beschworen und bebildert wird. Recherchematerial, wie Bücher, Texte und Wohnmagazine komplettieren das Interieur. Das Projekt untersucht anhand der alltäglichen Thematik des Eigenheims die Vorstellung von privater Umwelt. Daher ist für das Projket das eigene Heim nicht architektonisch von Bedeutung, sondern als Raum, innerhalb dessen menschliches Miteinander gestaltet wird: als freies Singelterrain, geschützter Familienhort, kollektiver Verbund oder souveräner Millieuraum. Die Individuen sind innerhalb dieser sozialen aber auch architektonischen Räume wie in einem Bild platziert. Diese 'Bilder' fallen jedoch nicht einfach vom Himmel, sondern sind als gesellschaftliche Normen und kulturelle Muster in der einen oder anderen Weise schon da. Der Prozess der Bildung des individuellen Selbst ist daher auch als ein Prozess der Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Umfeld zu verstehen - als Auseinandersetzung zwischen Vorbildern und Selbstbildern, genauer zwischen öffentlichen und privaten Bildern, an denen sich kulturelle Normen ästhetisch niederschlagen. Es geht in der Projektreihe Selbst/Bilder um die Spannung, die zwischen Selbstbild und Vorbild besteht. Welche Totalität entfalten die umgebenden Einflüsse und wie ist der individuelle Einsatz zu bewerten, den der oder die Einzelne in das Verhältnis von Produktion und Reproduktion von gesellschaftlichen Idealen einzubringen vermag? Nicht alleine als passive Rezipienten, sondern auch als aktive Produzenten ihres Selbst suchen sich die Einzelnen im Spektrum der zeitgenössischen Bildangebote eine spezifische Projektionsfläche, an der sie sich orientieren und thematisch inszenieren. Für das Projekt besteht die konkrete Zusammenarbeit neben dem Aspekt der Kommunikation vor allem darin, die Selbstbilder der Beteiligten als Ideale 'in Szene' zu setzen. In den Bildprodukten, die aus dieser Arbeit hervorgehen, sind die Projektteilnehmer ästhetisch gespiegelt und treten ihrer Utopie vermittelt gegenüber. Ein wesentlicher Aspekt der Projektarbeit besteht von daher nicht darin, die Bilder als künstlerische Artefakte für den Kunstraum zu produzieren, sondern eine 'Rückkopplungsschleife' zu realisieren, vermittels derer die Projektteilnehmer ihre Selbst/Bilder für sich erhalten. |