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Selbst/Bilder [AHA]
Index: HipHop

Kurzbeschreibung

Selbst/Bilder Projekt I.
HipHop


Das Projekt HIPHOP hat in Hamburg St. Pauli 1997 bis 1998 und 2000 stattgefunden und wurde zur konzeptuellen Basis für die Projektreihe Selbst/Bilder. (siehe auch Projektbeschreibung: Zur Ikonografie des Widerstands)

Ausgangspunkt war die Beschäftigung mit der Subjekttheorie des französischen Philosophen Michel Foucault und das Bedürfnis deren Implikationen an der kulturellen Praxis der Gegenwart zu überprüfen. Popkultur schien dafür das geeignete Feld zu sein, denn in ihr verschränken sich gesellschaftliche Standards, populäre Bilder und individuelle Selbstbilder.

HipHop beispielsweise ist Popkultur, nicht alleine als Musikrichtung, sondern als Lebensstil. Sie prägt das Selbstbild von Jugendgruppen, die mit HipHop und Rapmusik den politischen und ästhetischen Eigensinn schwarzer Ghettomusik verbinden und für ihr eigenes Selbstverständnis fruchtbar zu machen versuchen.

Die Geste der ästhetischen Aneignung einer widerständigen Geste stand im Mittelpunkt der konkreten Zusammenarbeit mit sogenannten 'jugendamtbetreuten Kindern' , einer 'türkische Gang' und 'polnisch-deutschen Mädchen'. Die Projektarbeit war darauf ausgerichtet, die Medien vermittelten Vorbilder dieser Jugendlichen auf individueller Ebene mit ihnen gemeinsam bildlich zu reproduziert. In Musikvideos, Fotostrecken und Comikserien sollten die standartisierten Muster der Vorbilder in der individuellen Selbstdarstellung der Projektteilnehmer inszeniert werden.

Die Fotostrecke mit den Jugendlichen gibt die Posen und Outfits ihrer Pophelden wieder. Im Musik-Video "descrete images" zeigt die türkische Gruppe Breakdance-Formationen und die Bilder erzählen zugleich Dramen von Kampf und Selbstbehauptung. Liebe und Intrigen bilden das dramatische Zentrum des Video "she is a star", in dem die Mädchen zum Ausdruck bringen, was die Musikindustrie an weiblichen Themen vorgesehen hat. Eine Fotostrecke bildet die Vorlage für Comiczeichnungen, in denen die Schönheit und Hingabe der Mädchen nach Massgabe ihrer Ideale 'auf die Linie' gebracht wird.

Im Sommer 2000 haben einige, der 1998 beteiligten Jugendlichen nach einer weitere Videoproduktion gefragt. Sie wollten jetzt ein Video drehen:
"Über das Leben auf der Strasse, wie es wirklich ist".
Die Ikonografie das neue Videos "Thaden Ghetto" ist durch die Aussenaufnahmen geprägt. Sie geben dem Film jenen sozialauthentischen Charakter, der auch die Bildästhetik üblicher HipHopVideos bestimmt.

Eine Präsentation aller Arbeiten im Mai 2001 im Jugendhaus St. Pauli bildete den Abschluss der Zusammenarbeit.